Hm jeder war mal Student. Naja OK nicht ganz, viele wollen es werden.
Auf jeden Fall habe ich heute im Internet einen doch ganz netten Text über das Leben eines Studenten gelesen was ich Euch nicht vorenthalten will.
Irgendwie erinnert es mich an meine bescheidene Studentenzeit ^^ Nur den Part mit dem Joggen lassen wir mal aussen vor, ich bin schon immer Faul gewesen.
Evolution eines Studenten
1. Semester
05:28 Uhr Mit einem Auge auf die Digitalanzeige des Weckers geblinzelt. Schnell ausgemacht, bevor er in 2 Minuten anfängt zu piepen. Aus dem Bett gehüpft. Sechs Kilometer gejoggt, mit einem Besoffenen zusammengestossen. Leute gibts! Anschließend unter die eiskalte Dusche.
06:15 Uhr Beim Frühstück den Wirtschaftsteil der FAZ studiert, kurz im Internet auf die Seite der Financial Times geschaut. Kritischer Blick in den Spiegel: Schlechte Sakkowahl, Haare etwas wuschelig. Ausgewechselt und neu gekämmt, ok!
07:00 Uhr Zur Uni gehetzt. Pech gehabt: die erste Reihe war schon besetzt. Sehr deprimierend. Sofort beschlossen, morgen doch etwas früher aufzustehen.
07:30 Uhr Vorlesung Wirtschaftsmathematik. Einige Studenten kommen erst um 8:00 Uhr, andere lesen den Sportteil der Tageszeitung. Keine Disziplin! Alles mitgeschrieben, leider ist der rote Stift leer. Bei allen Witzchen des Professors mitgelacht.
09:00 Uhr Nächste Vorlesung, hatte gehofft, in die erste Reihe kommen zu können. Verdammt! Ich hätte in der Pause nicht aufs Klo gehen sollen. Trotz eifrigen Fingerschnippens nicht drangekommen.
10:30 Uhr Nachbar verläßt mitten in der Vorlesung den Raum, habe mich für ihn beim Professor entschuldigt. Wollte dann wissen, ob das Wahlfach: “Japanisches Handelsrecht des 17. Jahrhundert” eine gute Ergänzung zum BWL-Studium ist. Der Professor wirkte unschlüssig. Werde nochmal bei der Studienberatung vorbeischauen.
12:00 Uhr Mensa, Tagesmenü mit Salat und Nachtisch. Versucht, die Unterrichtsscripte nachzuarbeiten. Leider war der Lärmpegel im Speisesaal zu hoch.
12:45 Uhr Der Kopiershop hatte die Kopien der letzten 20 Klausuren mit Lösungen noch nicht fertig! Skandalös, muß ich den Nachmittag anders verplanen.
14:00 Uhr Mit fünf Kommilitonen aus meinem Semester in der Cafeteria gewesen. Die Diskussion über die Auswirkungen der Erhöhung des Lombardsatzes wurde etwas lauter. Drei Verabredungen für Arbeitsgruppen zur Klausurvorbereitung getroffen. Die Klausuren rücken näher, nur noch knapp 3 Monate!
15:30 Uhr Bücherei besucht, von 18 dringend benötigten Büchern durfte ich nur vier mitnehmen. Muß mir verstärkt Fachbeiträge aus dem Internet runterladen!
16:30 Uhr Hatte mich gut auf das Repetitorium vorbereitet, konnte den Assistenten auf einige Irrtümer hinweisen.
17:45 Uhr Zur Vermieterin runtergehastet, hätte doch fast vergessen, die Miete für den nächsten Monat zu bezahlen. Dabei ist heute schon der 26ste! Meine Entschuldigung wirkte etwas gestammelt, muß da noch mehr an meiner Rhetorik feilen.
18:00 Uhr Im Internet die Promotionsbedingungen heruntergeladen und studiert, gleich die ersten Kontakte per E-Mail geknüpft.
19:45 Uhr Verabredung telefonisch abgesagt. Habe versucht, ihr einen Termin in den Semesterferien zu geben. Sie hat aufgelegt?? Dafür den Stoff der letzten Woche nachgearbeitet.
23:00 Uhr Im Internet den französischen Wirtschaftdienst gelesen. Wer hätte gedacht, daß die schlechte Weinernte einen derartigen Einfluß auf den Aktienkurs in Singapur hat! Festgestellt, ein 18-Stunden-Tag ist zu kurz. Werde versuchen, weniger zu schlafen.
Zwölf Semester später………..
13. Semester
10:30 Uhr Im Bett aufgeschreckt, verdammtes Hämmern im Kopf! Scheiß Alkohol! Druck auf der Blase, kurz zur Toilette gewankt. Irgend einen Fremden im Spiegel gesehen, war mir aber egal. Wieder hingelegt.
12:30 Uhr Kopfschmerzen immer noch da, aber schon abgeschwächt. Aufstehen oder nicht? Als Kompromiss erstmal den Fernseher angemacht. Mittagsmagazin. Moderatorin: “Guten Tag liebe Zuschauer – Guten Morgen liebe Studenten.” Haha, sehr lustig! Kiste wieder aus. Kurz auf dem Rechner gecheckt, ob der neueste Actionfilm endlich komplett runtergeladen wurde. Irgendein brauchbares T-Shirt aus dem Schrank gefischt und das Haus verlassen. Vorsichtig an der Tür der Vermieterin vorbeigeschlichen, da schon 3 Monate mit der Miete im Rückstand. Heute ist auch erst der 26ste, nächste Woche gibt es wieder Bafög! Ich werde ihr dann eine Anzahlung geben, damit sie beruhigt ist.
13:30 Uhr Beim Skatspiel in der Studentenkneipe ein paar Euro gewonnen, gleich in eine Pizza beim Italiener investiert. Das Bier schmeckt langsam wieder! Alten Kumpel getroffen, konnte ihm 20 Euro aus dem Kreuz leiern.
15:30 Uhr Kurz in der Uni vorbeigeschaut, die Bücherei war voll mit Erstsemestern. Gleich wieder abgehauen. Überlegt, ob ich die Woche mal wieder eine Vorlesung besuchen sollte. Da die Klausuren erst in drei Monaten sind, den Plan vorerst verschoben.
17:00 Uhr Eckkneipe hat noch zu. Erstmal nach Hause gegangen, noch mal kurz hingelegt. Die Vermieterin scheint ausgegangen zu sein. Glück gehabt!
19:00 Uhr Kurz geduscht, gleich wieder auf Achse. Der Fernseher bei der schwerhörigen Alten ist wieder auf volle Lautstärke gedreht. Trotzdem leise durch den Flur geschlichen, man kann ja nie wissen!
19:45 Uhr Frustrierte Blondine in der Studentenkneipe aufgegabelt. Irgendein Erstsemester hat ihr gerade über das Handy einen Korb gegeben. Glück für mich! Leider hat die Kleine nur knapp 30 Euro dabei. Hatte auch schon besseren Sex gehabt, ihr Smart ist einfach zu eng dafür! Trotzdem für alle Fälle Handynummer gespeichert.
22:10 Uhr Mein Supermarkt hat blöderweise nur bis 22:00 Uhr auf, das Nötigste an der Tanke besorgt. Anschließend noch im Studentenwohnheim vorbeigeschaut. Geburtstagsfeier von entferntem Bekannten war gerade im Gange. Bier satt!
04:45 Uhr Tagespensum erfüllt, nach Hause gewankt. Fast auf einer Parkbank eingeschlafen.
05:40 Uhr Irgendein joggender Idiot aus dem ersten Semester hat mich über den Haufen gerannt und mich noch übelst beschimpft. Leute gibts!
06:00 Uhr Bude erreicht, einige Alkaseltzer reingepfiffen, kurz den Fernseher angemacht.
Morgenmagazin: “Guten Morgen liebe Zuschauer – Gute Nacht, liebe Studenten!” Kasten wieder aus. Werde heute versuchen, nicht wieder so früh aufzustehen.
Nach einer Idee aus dem Internet. Quelle diffus, vermutlich Uni Tübingen.
Quelle
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